Planspiel Pol&is

Bereits vor der Schule diskutieren Schüler des LWL-Berufskollegs, Förderschwerpunkt Sehen über die Möglichkeiten und Konsequenzen von internationalen Verträgen und Zusammenschlüssen. Die Motivation und das Engagement sind hoch, schließlich sind die Jugendoffiziere der Bundeswehr nicht jeden Tag zu Gast: 57 Schüler der Gymnasialen Oberstufe und der Höheren Handelsschule spielen fünf Tage das Planspiel POL&IS, das das politische, ökonomische, ökologische und soziale Gefüge der Welt simuliert. Als Regierungschef, UN-Generalsekretär oder Vertreter einer Menschenrechtsorganisation gestalten die Schüler die Welt neu und entdecken dabei sowohl die komplexen Zusammenhänge der internationalen Politik als auch ihre eigenen Fähigkeiten.
Die Jugendoffiziere der Bundeswehr betreten dabei in Zusammenarbeit mit Lehrern des LWL-Berufskollegs einen neuen Bereich, denn mit Blinden und Sehbehinderten haben sie zuvor noch nie zusammen gearbeitet und die Materialien wurden erstmals taktil umgesetzt. „Ich bin sehr beeindruckt von der Arbeitsleistung!“ war die erste Erkenntnis, die sie für sich mitnehmen konnten. „Okay, einen Beamer zu benutzen wäre einfacher gewesen“, sagt Timo Lobbel (Jugendoffizier) nach der ersten Präsentation, „doch letztlich ist die Umstellung gar nicht so groß. Man muss nur sprachlich viel präziser sein.“
Für die Schüler ist es etwas Besonderes, denn die alltäglichen Arbeitsformen der Schule werden aufgelöst, das selbstmotivierte und eigenständige Lernen gefördert – und wer bekommt nicht gerne Applaus, wenn er die Angst überwunden und eine erfolgreiche Rede vor der UN-Vollversammlung gehalten hat?
Und dann gibt es auch noch ein dickes Lob von den Jugendoffizieren: „Selten sind Schüler so motiviert und haben einen so sozialen und angenehmen Umgang miteinander.“