Punktschrift lernen "leicht" gemacht.

Ein Erfahrungsbericht von Wibke.

 

Liebe Schülerinnen und Schüler,
Heißt es für euch auch Punktschriftlernen?
Lasst euch nicht abschrecken. Alles halb so schlimm.

Als ich in der 12. Klasse gesagt bekommen habe, dass es sinnvoll ist am Punktschriftunterricht teilzunehmen, um somit die Braille-Schrift zu erlernen, war ich zunächst überrascht.
Für mich persönlich war sofort klar, dass ich die Chance nutzen möchte, um es mir selbst in vielen Dingen einfacher zu machen.
Ich war sehr interessiert und gespannt, was mich erwartet.

Da ich totale Anfängerin war und ich noch überhaupt keine Erfahrungen im Bereich Punktschrift gesammelt habe, musste ich zunächst die Vollschrift lernen. Dies ist die Grundlage für die spätere Kurzschrift.
Zwei Stunden in der Woche haben ausgereicht, um die Vollschrift in kurzer Zeit zu erlernen. Der Unterricht zu zweit war immer witzig und wir haben uns gegenseitig aufgemuntert.
Für manche Schüler ist es zunächst schwer, von der Schwarzschrift auf die Punktschrift umzusteigen und dies sich selbst einzugestehen.

Nachdem ich die Vollschrift im Lesen und auch im Schreiben gut beherrschte, hieß es dann Kurzschrift lernen.
Im Voraus hatte ich oftmals von Mitschülerinnen und Mitschülern gehört, dass die Kurzschrift viel Geduld und Durchhaltevermögen fordert.

Ich muss sagen, dass mich die Kurzschrift anfangs überrumpelt hat. Man lernt viele Kürzungen auf einmal.
Doch meine Punktschriftlehrerin hat sich sehr viel Mühe gegeben, um den Unterricht interessant und „leichter“ zu gestalten.
Sie hatte sich die Arbeit gemacht und alle Kürzungen auf Vokabelkarten geschrieben, sodass es mir beim Lernen zu Hause eine sehr große Hilfe war.
Zusätzlich dazu bekam ich noch ein Schwarzschriftheftchen, indem alle Kürzungen, Regeln etc. aufgeschrieben waren.
So hatte ich die Möglichkeit zu Hause ohne Probleme die neuen Kürzungen zu lernen und mir einzuprägen.
Dies ist für ein schnelles Nachschlagen sehr hilfreich.
Um die neuen Kürzungen, die wir gelernt hatten auch anzuwenden und zu lesen, konnten wir auch Wünsche von Texten äußern, die unsere Lehrerin dann, wenn es sich anbot, in Kurzschrift umgesetzt hat.

Nachdem ich nun die komplette Brailleschrift erlernt habe, muss ich sagen, dass diese für mich wirklich zum Vorteil ist. Für mich persönlich war es sehr wichtig die Punktschrift zu lernen, bevor ich womöglich eines Tages erblinde und ich dastehe und nicht einmal mehr lesen und schreiben kann.

Es ist jedoch sehr wichtig, dass man regelmäßig, am Besten jeden Tag 15 Minuten für Lesen oder Schreiben investiert. Je mehr man noch selbstständig nebenbei übt, desto schneller zeigen sich Fortschritte.

Für mich persönlich war der Punktschriftunterricht mit einer der besten und lustigsten Unterrichte überhaupt.

Wibke