Kunst ist Können!

Viele gehen in ein Kunstmuseum und stellen sich die Frage: „Ist das Kunst?“ Um diese Frage näher zu erörtern, bot das Wilhelm-Morgner-Haus in Soest uns, den Schülern des LWL-Berufskollegs, am 18. September 2018, die Möglichkeit, die abstrakte Kunst des Soester Künstlers Wilfried Hagebölling zu betrachten.
Die Führung durch die Ausstellung wurde von der Kunsthistorikerin Frau Dr. Werntze für sehbehinderte Menschen aufbereitet. Anschließend trafen wir Herrn Hagebölling persönlich, der ausführlich unsere Fragen beantwortete.

Das bevorzugte Material des Bildhauers ist Stahl, welches für ihn Zusammenhalt und Vergänglichkeit darstellt. Stahl, egal ob rostig, rau oder ungeschliffen ist Kunst, solange dieser als solche verstanden oder auch interpretiert wird. Ein Kunstwerk ist jedoch nur dann ein solches, wenn es sich in der dafür vorgesehenen Umgebung befindet, so zumindest erfuhren wir es im Gespräch mit Frau Dr. Werntze. Die Kunstwerke Wilfried Hageböllings fallen besonders durch ihre Größe auf. Oftmals sind seine Kunstwerke einige Meter hoch und wiegen mehrere Tonnen. Deshalb stellte das Wilhelm-Morgner-Haus vor allem Modelle der Kunstwerke aus. Der Künstler selbst möchte allerdings auch, dass seine Kunst erlebt und gefühlt wird und hat somit einen eigenen Skulpturenpark in Paderborn-Sennelager ins Leben gerufen, der für Besucher regelmäßig geöffnet ist.
Nicht nur Stahl, sondern auch andere Baustoffe verarbeitet der Bildhauer zu Plastiken. Besonders beeindruckt waren wir von der Betonskulptur, die in seinem privaten Atelier entstanden ist. Dieses stellt ein Negativ des Zwischenraums eines Ölfasses und seiner Atelierwand dar. Auch bei diesem Kunstwerk bleibt er der Symmetrie treu und bringt den für ihn typischen rechten Winkel in sein Kunstwerk mit ein.
Herr Hagebölling erzählte uns, dass er in einer rechtlichen Auseinandersetzung erstritten hat, dass das Urheberrecht des Künstlers über dem Eigentumsrecht steht. Das bedeutet, dass jeder Künstler ein Urheberrecht für seine Kunst besitzt und auch dass der Raum bestehen bleiben muss. Auslöser dieses Rechtsstreits war die gewollte Entfernung des Keilstücks (Plastik) seitens der Stadt Minden, das aus einer Projektwoche im Rahmen der NRW Landeskulturtage hervorgegangen ist.

Abschließend lässt sich sagen, dass Kunst Können ist. Herr Hagebölling hat uns dies eindrucksvoll durch seine Skulpturen vermittelt. Unsere anfängliche kritische Sichtweise über Kunst aus Stahl und Beton, wandelte sich spätestens im Gespräch mit Herrn Hagebölling bei jedem einzelnen von uns. Abstrakte Kunst ist zeitlos, wirkt schlicht und gleichermaßen auch modern.

(Timo Dominik Abitz, Yannik Jonas Baumann, Jan Heinze, Kevin Irle & Maximilian Ishaque, AHRW 13, SJ 2018/2019)