Tag der offenen Tür – heute etwas ganz Besonderes

Am 29. September, um 10 Uhr öffnete unsere Schule, das LWL-Berufskolleg-Soest, seine Türen für Besucherinnen und Besucher. Für diesen Tag hatten wir uns besondere Projekte ausgedacht. Das „Café im Dunkeln“, „Entspannung“ und der „Blindenparcours“ sind nur Beispiele, worauf sich unsere Besucher freuen durften.
Da die Auswahl der Projekte so groß war, habe ich, als Reporterin, mir ein paar Projekte ausgesucht, die ich mir genauer angeschaut habe.
Ich machte mich zusammen mit Frau Vogt, unserer Religions- und Französischlehrerin, auf den Weg ins „Dunkel-Café“. Dort erwarteten uns schon die Klassen AHRW12 (gymnasiale Oberstufe 12) und BFW1 (Berufsfachschule). Bevor wir das Café betraten, wurde uns der Ablauf des Café-Besuches erklärt. Zunächst mussten wir eine Dunkelbrille (Augenbinde) aufsetzen. Anschließend wurden wir von Kellnern in einen Raum, der als Café gestaltet war, zu unserem Tisch geführt. Uns wurde die Karte vorgelesen und wir durften uns einen Kuchen aussuchen. Die Kuchen waren natürlich selbstgebacken und sehr lecker. Wir bekamen auch etwas zu trinken angeboten, unsere Wahl fiel auf Kaffee. Dann fing es an, spannend zu werden. Frau Vogt, die normalerweise etwas sieht, wurde in die Lage eines Blinden versetzt. Eine sehr witzige Angelegenheit, da es etwas anderes für uns war. Mit viel Konzentration meisterte sie die Aufgaben und das gar nicht mal so schlecht. Sie habe sich einige „Tricks“ von den Schülern abgeguckt, erzählte sie später. Zu diesen Tricks zählten die Orientierung auf dem Teller wie z.B. die Ausrichtung des Kuchenstückes. Ein für blinde Menschen alltäglicher Handgriff das Eingießen eines Getränkes, stellte eine besondere Herausforderung dar. Frau Vogt maß bzw. fühlte den Füllstand mit dem Zeigefinger am Tasseninnenrand. Als der Kuchen gegessen und der Kaffee ausgetrunken war, wurden wir Besucher hinausgeführt. Die Brillen durften wir abnehmen. Das Projekt war aber noch nicht ganz beendet, die Besucher wurden über ihre individuelle Erfahrung interviewt. Ein Ergebnis des Interviews war, dass sich viele Gäste während des Café-Besuches unsicher gefühlt haben, es trotzdem für sie eine schöne Erfahrung war. Ich fragte Frau Feix, die Lehrerin, die das Projekt geleitet hat, was das Projekt den Besuchern zeigen soll. „Es ist wichtig, das sehende Leute die Sicht von sehbehinderten und blinden Menschen einnehmen und die Alltagssachen ausprobieren und sehen, dass das alles gar nicht so einfach ist.“ Gelungen ist dies auf jeden Fall.
Doch das „Café im Dunkeln" war nicht das Einzige, das es zu besuchen gab. Als nächstes machte ich mich auf den Weg zum Projekt „Entspannung“. Dieses Projekt wurde von der Klasse BFG1 (Berufsfachschule Gesundheit) geleitet. Die Entspannungsübung dauerte eine halbe Stunde. Die Besucher durften sich auf eine Iso-Matte legen, eine Decke lag auch schon bereit. Im Hintergrund wurde Entspannungsmusik abgespielt. Zusätzlich zu der Musik haben Schüler mit ruhiger Stimme Bewegungsanweisungen für die Teilnehmer vorgelesen. Nach einiger Zeit wurde die Musik leiser und die Besucher wurden sanft darauf vorbereitet, sich aus der Entspannung zu lösen. Entspannt verließen alle Teilnehmer den Raum.
Für mich ging es dann auch weiter. Das nächste Ziel war der „Blindenparcours". Dieses Projekt wurde von den drei Klassen der Höheren Berufsfachschule Wirtschaft und Verwaltung lebhaft gestaltet. Zusammen mit Frau Vogt durchlief ich den Parcours. Frau Vogt bekam einen Blindenstock, mit diesem sollte sie durch einen Raum laufen. Hindernisse wie Stühle und Tische standen im Weg. Anschließend kam sie an einen Tisch, an dem Wasser in ein Glas geschüttet werden sollte, für Frau Vogt eine leichte Übung. Daraufhin durfte sie dann noch Münzen zählen und als letztes musste sie verschiedene Gerüche erraten, wie zum Beispiel den Duft einer Orange. Das Projekt ist eine gute Möglichkeit gewesen, typisch blinde Alltagstätigkeiten auszuführen und zu lernen, wie ein blinder Mensch damit umgeht. Leider schaffte ich es nicht mehr Besucher zu befragen.
Danach stärkten wir uns mit süßen und herzhaften Waffeln, die die Hauswirtschaft anbot.
Die Auswahl der Projekte war sehr groß und vielfältig, so dass ich mir leider nicht alles anschauen konnte. Die Mühe, die sich die Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte in den letzten Wochen gemacht haben, hat sich auf jeden Fall ausgezahlt. Nicht nur die Schüler hatten Spaß, sondern auch die Besucher hatten viel Freude die Projekte zu erleben. Und dabei habe ich noch gar nicht über die Projekte „Alles Käse oder was?“, „Arbeiten mit Holz“, die beiden Mathematik-Projekte und das Bewerbertraining gesprochen. Zu sehen und erkunden gab es an diesem Tag der offenen Tür so viel, dass für jeden Besucher etwas Interessantes dabei war.

(Amire Schwarz, AHRE 13 (gymnasiale Oberstufe 13), SJ 2018/2019)